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Warum ist Impfen bei Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen besonders wichtig?

Patient:innen mit einer chronisch-entzündlichen Erkrankung haben teilweise durch ihre Erkrankung selber ein erhöhtes Infektrisiko. In vielen Fällen wird zudem eine Therapie eingesetzt, die in das Immunsystems eingreift und häufig dieses schwächt. So können Patient:innen für Infektionen anfälliger werden. Kommt es zu einer Infektion, zeigt sich bei dieser Patientengruppe überdurchschnittlich häufig ein schwerer Verlauf. Patient:innen mit immunvermittelten Erkrankungen werden im Vergleich zur Normalbevölkerung häufiger mit Infektionen ins Krankenhaus eingewiesen. Die Gefahr, an diesen Infektionen zu versterben, ist bei Patient:innen mit immunvermittelten Erkrankungen im Vergleich zur Normalbevölkerung ebenfalls erhöht.

Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen sind besonders gefährdet und sollten einen erweiterten Impfschutz haben. Das bedeutet, dass für sie gewisse Impfungen zusätzlich oder schon früher in einem jüngeren Lebensalter empfohlen werden.

In seltenen Fällen kann eine Infektion auch zu einer Verschlechterung der immunvermittelten Erkrankung führen und Schübe auslösen. Impfungen wirken bereits vor dieser Kaskade und verhindern das Ausbreiten der Infektion sehr effektiv. Leider hat in den letzten Jahren eine zunehmende Impfmüdigkeit bzw. Impfskepsis eingesetzt. Möglicherweise ist auch durch Ängste vor einer potentiellen Verschlechterung der Erkrankung durch Impfungen und einer Verharmlosung von Infektionen die Impfrate auch unter dieser Gruppe von Patient:innen nicht ausreichend.

Generell zählen Impfungen zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Für die besonders zu schützende Gruppe von Patient:innen mit geschwächtem Immunsystem hat die Ständige Impfkommission (STIKO) 2018 ausführliche Anwendungshinweise ausgesprochen.

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